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Giuseppe Di Stefano

Eingang des 'Grand Hotel et des Palmes' in Palermo.
Sizilien - Britta Bohn
Auf Sizilien seit 1998

Der Baron, der sich vor der Mafia versteckte

In den von uns zusammengestellten Le­gen­den und Anekdoten ist wenig von der Mafia die Rede. Wozu auch: die Machenschaften der "Ehrenwerten Gesellschaft" aus der schlechten alten Zeit Palermos werden von anderen viel und in allen Einzelheiten beschrieben. An dieser Stelle müssen wir allerdings eine kleine Ausnahme machen.

Von der Legende...

Es geht um den Baron Giuseppe Di Stefano (Palermoviva, it), der 1946 angeblich einen kleinen Jungen wegen einer Nichtigkeit er­schoss. Der Junge stand in Verbindung zur Mafia und diese stellte den Baron dann vor die Wahl unterzutauchen oder zu sterben. So je­den­falls erzählt man sich die Geschichte in den Strassen Palermos. Beweise gegen den Baron gab es allerdings nie.

... zu den Fakten

Fakt ist dagegen, dass der Baron von der Provinz in das gross­städ­tische Palermo zog - natürlich in das beste Haus am Platz, das berühmte Grand Hotel et des Palmes (Wi­ki­pe­dia, it) - und dort bis zu seinem Tod 1998 lebte.

Dann geht es aber schon wieder mit "Er­fin­dun­gen" weiter: Der Baron habe das Hotel nie mehr verlassen (weil ihm draussen ja angeblich die Mafia auflauere) und aus Verzweiflung versucht, sich umzubringen.

Tatsächlich aber liebte er das Leben, den Luxus und vor allen Dingen die Oper. So sah man ihn regelmässig im Teatro Massimo (Wikipedia) und im Teatro Politeama (Wikipedia).

Der Baron umgab sich auch gerne mit Künst­lern aus aller Welt, von Burt Lancaster bis Maria Callas, von Renato Guttuso bis Luchino Visconti. Und alle stiegen natürlich im Grand Hotel et des Palmes ab.

Das wurde dem Baron im Hochsommer al­ler­dings zu warm. Pro­mi­nen­ten Besuch gab es dann auch nicht und so zog er sich in seine Villa am Meer zurück.

Der unsichtlbare Baron

Wenn Sie also in Palermo vom "unsichtbaren Baron" hören, stellen Sie sich einfach einen unendlich reichen Mann vor, der es perfekt verstand sich selbst zu inszenieren, sich von morgens bis abends bedienen liess und den Reichen und Schönen dieser Welt mit einer Einladung in seine Hotel-Suite schmeichelte.

Zum Schaden des Grand Hotel et des Palmes war dieses Spiel sicher nicht. So etwas würde man heute wohl eine Win-Win-Situation nennen.

Legenden erleben

Der zentrale Schauplatz unserer Geschichte ist das berühmte Grand Hotel et des Palmes. Wir sehen Sie auf einem Spaziergang durch das Altstadt-Viertel Loggia.

Um seine Position zu sehen, klappen Sie einfach den Ordner "Legenden und Anekdoten" in unserer Überblicks-Karte (Google Maps) auf.

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Das Foto zeigt den Eingang des 'Grand Hotel et des Palmes' in Palermo.

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